ONCITE ist IDS-ready – Teil 3: Wie IDS die bedarfsgerechte Wartung sicher macht

Der Weg zur Zertifizierung

Das Internet ist ein weltumspannendes Netzwerk von Servern. Sie erzeugen so viel Wärme, dass sie gekühlt werden müssen. Das verbraucht nicht nur Strom. Kosten entstehen auch durch die regelmäßige Wartung der Klimageräte. German Edge Cloud hat auf Basis der IDS-Architektur den Smart Service Data Space zur bedarfsgerechten Wartung von Kühlgeräten entwickelt, der Unternehmen dabei hilft, ihre Kosten zu senken.

German Edge Cloud ist ein Unternehmen der Friedhelm Loh Group und arbeitet eng mit anderen Mitgliedern der Gruppe zusammen – wie Rittal, dem führenden Systemanbieter für Schaltschränke, Stromverteilung und Klimatisierung. Mit Blue e+ hat Rittal Kühlgeräte entwickelt, die nicht nur besonders effizient arbeiten, sondern auch intelligent sind. Ein IoT-interface sorgt für die Vernetzung der Geräte und Sensoren überwachen die physikalischen Umgebungsdaten wie Temperatur oder Luftfeuchtigkeit. Das Interface ist mit vielen Schnittstellen und Protokollen ausgestattet, es sammelt und überträgt Daten an übergeordnete IT-Systeme oder an lokale Systeme, mit denen sich die Maschinenzustände überwachen lassen. Der Vorteil: Die Betreiber können ihre Maschinen bedarfsgerecht warten, wenn zum Beispiel Verschleißteile wie Filter ausgetauscht werden müssen.

AI schafft neue Geschäftsmodelle

Die bedarfsgerechte Wartung erhöht nicht nur die Verfügbarkeit der Maschinen, sie ist auch günstiger als die turnusmäßige Wartung. Bei großen Anlagen mit einer hohen Anzahl an einzelnen Geräten können die Mitarbeiter der Instandhaltung ihre Routen optimieren und unnötige Wege vermeiden. Weil die Daten aus dem Gerät auf der IoT-Plattform verfügbar sind, kann der Mitarbeiter im Falle einer Störung auch gleich das passende Ersatzteil mitbringen.

Aber auch die Analytik spielt eine wichtige Rolle. Rittal verfügt über viel Domänenwissen, um Mehrwertdienste durch die Nutzung und Analyse von Betriebsdaten und deren Anreicherung mit Smart-AI-Analysedaten zu liefern. Die Ingenieure forschen um einen optimierten Betrieb mit geringeren Betriebskosten, weniger Wartungszeit, weniger Ausgaben für den Austausch und einer besseren Gesamtanlageneffektivität (OEE) durch die Vermeidung von Ausfällen zu realisieren. Weitere Geschäftsmodelle warten am Horizont. Cooling as a Service wäre eine Option. Was für die Druckluftbranche schon funktioniert, kann auch bei Kühlgeräten Realität werden.

IDS für eine sicheren und souveränen Datenaustausch

Grundvoraussetzungen für den Erfolg der Wartung, der besseren Gesamtanlageneffektivität und für die neuen Geschäftsmodelle sind allerdings Daten: Kundendaten, Betriebsdaten und Umgebungsdaten benötigen einen sicherer Datenraum. Viele Kunden scheuten sich in der Vergangenheit, ihre Daten zu teilen. Deshalb setzen Rittal und German Edge Cloud auf die IDS-Architektur. Sie ermöglicht es Betriebsdaten in einem sicheren Datenraum auszutauschen und deren Verwendung auf den vereinbarten Einsatzzweck zu beschränken. Das Besondere: Teilnehmer an den IDS entscheiden selbst, wer die Daten sieht, wer sie nutzen darf, wie sie genutzt werden oder was sie kosten.

Rittal und die German Edge Cloud entwickeln deshalb eine Benutzerschnittstelle, den IDS Connector, die den Datenaustausch überwacht und kontrolliert. Das Hauptaugenmerk der Techniker liegt im Moment auf der Kommunikation, um zum Beispiel einen reibungslosen Austausch zwischen den Blue e+ Kühlgeräten und dem Smart Service Portal zu ermöglichen. Die Verantwortlichen definieren Schnittstellen und Datenformate, die dann über den sogenannten Trusted Supplier Connector abgefragt werden.

Dies ist der letzte Teil unserer dreiteiligen Serie "ONCITE ist IDS-ready". Was IDS-ready bedeutet und wie German Edge Cloud den Weg zur Zertifizierung gemeistert hat, erfahren Sie im erstenund zweiten Teil unserer Reihe.